Foto: Kastner Pichler
VERFOLGEN UND AUFKLÄREN DIE ERSTE GENERATION DER HOLOCAUSTFORSCHUNG
Die Sonderausstellung stellt Leben und Arbeit von zwanzig Protagonist:innen der ersten Generation der Holocaustforschung vor und setzt ihren Errungenschaften für Wissenschaft, Erinnerungskultur und Strafverfolgung ein Denkmal.
Zwischen 1939 und 1945 ermordeten die Deutschen und ihre Helfer in Europa annähernd sechs Millionen Jüdinnen und Juden. Der Holocaust zielte auf die Vernichtung von Menschen ebenso wie auf die Zerstörung ihrer Kultur. Alle Spuren des Verbrechens sollten getilgt werden.
Dieser vollständigen Auslöschung versuchten jüdische Forscherinnen und Forscher noch während des Mordens entgegenzuwirken. Durch das Sammeln von Zeugnissen dokumentierten sie das Geschehen, um die Dimensionen des Massenmordes und die Vernichtung jüdischer Lebenswelten sichtbar zu machen und daran zu erinnern. Im Exil, aber auch unter lebensfeindlichen Bedingungen in den Ghettos und Lagern, erforschten sie die Taten, sammelten Fakten und sicherten Spuren. Sie gründeten Archive und Gremien, die nach Kriegsende ihre Arbeit fortsetzten. Und sie wollten an die Ermordeten erinnern, die Shoah ergründen, die Täter vor Gericht stellen und gleichzeitig einen erneuten Genozid unmöglich machen.
Angetrieben von unterschiedlichen Motiven, widmeten sich diese Frauen und Männer mit vielfältigen beruflichen Hintergründen der Erforschung und dem Gedenken an den Holocaust. Sie verweigerten damit den Verbrechern den endgültigen Triumph: Der millionenfache Mord fiel nicht dem Vergessen anheim und blieb nicht ohne Konsequenzen: Bücher, Gedenkstätten, Forschungsinstitute, Gerichtsprozesse und nicht zuletzt die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte sowie die UN-Genozidkonvention von 1948 waren Resultate ihres leidenschaftlichen Engagements. Auf diesem Vermächtnis beruht unser heutiges Wissen über den Holocaust.
Die Ausstellung möchte dazu beitragen, das Wissen über den Holocaust und die Erinnerung an die zerstörten jüdischen Lebenswelten lebendig zu halten und zur eigenen Auseinandersetzung damit anregen.
Hinweise für Barrierefreiheit
Die Ausstellung ist rollstuhlgerecht zugänglich. Führungen in leichter Sprache sind nach vorheriger Absprache möglich.
Website Erinnerungsort Topf & Söhne →
Di. – So. 10 – 18 Uhr