Emotionalität und Antisemitismus im Hardcore-Punk Sublimierung, Schiefheilung, Subversion – Vortrag der Sozialwissenschaftlerin Tina Sanders

Mittwoch | 11.03.2026 | 19:00 Uhr
Gera | Jugendhaus Shalom Gera | Julius-Sturm-Straße 3 07545 Gera

Sigmund Freud beschreibt, wie sexuelle und aggressive Triebe in gesellschaftlich akzeptierte Formen künstlerischer und intellektueller Tätigkeit transformiert werden können. Hardcore Punk sah sich jedoch stets als mehr: Er will nicht nur der Sublimierung dienen, er will subversiv, manchmal sogar revolutionär und somit zutiefst politisch und radikal sein. Aufgrund populistischer Slogans und Unterkomplexität, Moralisierung und Emotionalisierung, Mosh Pits und autoritären Gruppendynamiken, standardisiertem Schwarz-Weiß-Denken und Konsum ist Hardcore Punk aber stattdessen für Antisemitismus als Schiefheilung anfällig. Anhand von Begriffen der Psychoanalyse und der Kritischen Theorie soll erklärt werden, warum die Hardcoreszene aktuell mehr einem antisemitischen Mob als einer subversiven Bewegung gleicht. Außerdem wird auf die (begrenzten) Möglichkeiten der antisemitismuskritischen Intervention und den jüdischen Hardcore Punk eingegangen. Der Vortrag basiert auf einem Artikel, der im April 2026 im Sammelband Jüdische Identitäten und Antisemitismus im Punk erscheinen wird.
Tina Sanders ist Sozialwissenschaftlerin und war u.a. für den Aufbau der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) Sachsen verantwortlich.

Hinweise zur Barrierefreiheit
Der Veranstaltungsort ist nicht vollständig barrierefrei. Zugang per Rampe möglich, kein rollstuhlgerechtes WC.

Eine Veranstaltung des Jugendhaus Shalom, Gera →

Eintritt frei | Spenden erbeten